
eMule funktioniert in zwei parallelen Netzwerken: dem eD2K-Netzwerk, das auf zentralisierten Servern basiert, um die verfügbaren Dateien zu indexieren, und dem Kad-Netzwerk, das dezentralisiert ist. Wenn die Liste der eD2K-Server leer oder veraltet ist, kann die Software keine Quellen mehr lokalisieren, selbst wenn die Datei irgendwo im Netzwerk existiert. Das Aktualisieren dieser Liste und das Anpassen der Netzwerkeinstellungen sind die beiden Voraussetzungen, damit das Programm funktionsfähig bleibt.
eMule an die Verbindung anpassen, bevor man die Server bearbeitet
Die meisten Anleitungen konzentrieren sich auf die Serverliste. Das Problem liegt oft woanders: Eine schlecht kalibrierte Netzwerkkonfiguration macht die Server nutzlos, selbst die zuverlässigsten.
Der erste Schritt besteht darin, die tatsächliche Geschwindigkeit der Verbindung (Download- und Upload-Datenrate) zu messen. Bei einer Glasfaserleitung sind die Standardwerte von eMule oft zu niedrig. Bei einer gemeinsamen Verbindung (Wohnheim, 4G/5G) können sie hingegen die Bandbreite überlasten und zu Verbindungsabbrüchen führen.
In den Verbindungseinstellungen von eMule verdienen die Felder für die Upload-Bandbreitenbegrenzung eine manuelle Anpassung. Das Hochladen ohne Begrenzung bei einer asymmetrischen Glasfaserverbindung beispielsweise wird den klassischen HTTP-Verkehr im Haushalt ersticken. Eine angemessene Einstellung besteht darin, nicht mehr als zwei Drittel der gemessenen Upload-Datenrate zu überschreiten.
Ein weiterer vernachlässigter Punkt betrifft die Ports. eMule verwendet zwei Ports (TCP und UDP), die im Systemfirewall geöffnet und auf dem Router weitergeleitet werden müssen. Ein Benutzer, der in der Statusleiste der Software einen “LowID”-Status anzeigt, hat ein Problem mit dem Port, nicht mit dem Server. Der LowID reduziert die Anzahl der zugänglichen Quellen erheblich. Bevor man versucht, die eMule-Server zu konfigurieren und zu aktualisieren, ermöglicht die Überprüfung des Verbindungsstatus (HighID oder LowID) eine falsche Diagnose zu vermeiden.

Datei server.met und Update-URL: wie die Aktualisierung funktioniert
Das eD2K-Netzwerk basiert auf einer Datei namens server.met. Diese Datei enthält die Liste der Server mit ihren IP-Adressen und Ports. eMule liest sie beim Start, um zu wissen, mit welchen Servern es sich verbinden soll.
Es gibt zwei Methoden, um diese Datei zu laden:
- Der direkte Import: Man lädt eine server.met-Datei von einer vertrauenswürdigen Quelle herunter und öffnet sie dann mit eMule (Menü Server, dann “Eine server.met-Datei importieren”). Die Software ersetzt dann ihre bestehende Liste.
- Die automatische URL: In den Einstellungen der Software gibt man eine Webadresse an, die auf eine online gehostete server.met-Datei verweist. eMule lädt die Liste bei jedem Start herunter, was eine regelmäßige Aktualisierung ohne manuelles Eingreifen gewährleistet.
- Der manuelle Hinzufügen: Man gibt die IP-Adresse und den Port eines bestimmten Servers in die vorgesehenen Felder ein. Diese Methode dient hauptsächlich dazu, einen bestimmten Server zu testen oder einen hinzuzufügen, der nicht in den öffentlichen Listen aufgeführt ist.
Die Methode über die URL ist auf Dauer die zuverlässigste. Sie verhindert, dass man die Aktualisierung monatelang vergisst und sich mit toten oder kompromittierten Servern verbindet.
Stabile Version 0.50a oder Community 0.70b
Die offizielle eMule-Website bietet zwei verschiedene Zweige an. Die stabile Version 0.50a hat sich seit mehreren Jahren nicht weiterentwickelt. Der Community-Zweig 0.70b umfasst Patches und Verbesserungen von Drittentwicklern. Beide verwalten die server.met-Datei auf die gleiche Weise, aber die Community-Version unterstützt moderne Verbindungen besser und behebt einige Verbindungsfehler. Für die Nutzung im Jahr 2024 ist der Community-Zweig vorzuziehen, wenn das System es zulässt (aktuelles Windows).
Falsche eMule-Server mit IP-Listen filtern
Fraudulente Server sind ein altes Problem im eD2K-Netzwerk. Ein falscher Server kann manipulierte Suchergebnisse zurückgeben, beschädigte Dateien injizieren oder die IP-Adressen der verbundenen Benutzer sammeln.
IP-Filter blockieren automatisch Verbindungen zu als bösartig identifizierten Adressen. eMule integriert diese Funktionalität nativ. In den Sicherheitseinstellungen kann man die URL einer ipfilter.dat-Datei angeben. Diese Datei, die von der Community gepflegt wird, enthält die Adressbereiche, die gesperrt werden sollen.
Einige ergänzende Praktiken verstärken die Sicherheit der Serverliste:
- Alle bestehenden Server löschen, bevor man eine neue Liste importiert, um zu vermeiden, dass zweifelhafte Einträge, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, beibehalten werden.
- Die Option “Serverliste beim Start von anderen Clients aktualisieren” deaktivieren, die es unbekannten Peers ermöglicht, Server in die lokale Liste einzufügen.
- Regelmäßig überprüfen, dass die Liste keine Duplikate oder Server enthält, die null verbundene Benutzer anzeigen, was ein Zeichen dafür ist, dass sie außer Betrieb sind.
Was tun, wenn die Aktualisierung der Server nichts löst
Das Neuladen einer Serverliste behebt nicht alle Downloadprobleme. Wenn der Status nach der Aktualisierung weiterhin auf LowID bleibt, liegt die Blockade im lokalen Netzwerk. Die Windows-Firewall, die des Routers oder ein Antivirus, der ausgehende Verbindungen abfängt, sind die häufigsten Ursachen.
Wenn eMule sich korrekt mit den Servern verbindet (HighID), aber keine Quelle findet, kann das Kad-Netzwerk als Ergänzung zum eD2K-Netzwerk dienen. Kad funktioniert ohne zentralen Server, was es unempfindlich gegenüber Ausfällen der server.met-Liste macht. Das Bootstrapping von Kad erfordert jedoch eine erfolgreiche erste Verbindung zu einem eD2K-Server oder den Import einer nodes.dat-Datei.
Ein weiteres häufiges Szenario: Seltene Dateien erscheinen einfach nicht mehr im Netzwerk. Die Benutzerbasis von eMule ist im Laufe der Jahre gesunken. Eine Datei, die vor zehn Jahren Dutzende von Quellen hatte, hat heute möglicherweise keine mehr. Keine Servereinstellung wird diese Realität ändern. In diesem Fall bleibt es die pragmatischste Lösung, zu überprüfen, ob die Datei über andere Protokolle (Torrent, Usenet) existiert.

Die Wartung von eMule im Jahr 2024 basiert auf drei technischen Schritten: Zuerst die Bandbreite und die Ports kalibrieren, dann die Serverliste über eine automatische URL aktualisieren und die IP-Filterung aktivieren. Ohne diese drei kombinierten Einstellungen wird ein Serverwechsel keine messbaren Effekte haben.